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"Echt irre, wie gut das funktioniert"

"Echt irre, wie gut das funktioniert"

Im Sandkasten buddeln drei Einjährige, zwei kleine Kinder haben es sich im Schaukelnest gemütlich gemacht, und drinnen lümmeln ein paar Hortkinder in der Lese-Ecke. Ein ganz gewöhnlicher Vormittag in unserer Münchner Kooperationseinrichtung Sonnenfänger? Ganz und gar nicht: Es ist Corona-Zeit. Und dennoch ist im Haus und im Garten ziemlich wenig davon zu sehen und zu spüren, dass etwas anders ist:

Von den etwa 120 Kindern sind Ende Mai 70 wieder zurück in der Einrichtung. Schon gleich nach Beginn der Kita-Schließungen Mitte März wurden hier Kinder in Notgruppen betreut - wie in nahezu allen Kindertageseinrichtungen von Parikita. Gleichzeitig musste geklärt werden, wer von den Beschäftigten zur Risikogruppe gehört, wer im Homeoffice arbeitet und wer welche Aufgaben übernimmt.

Arbeit völlig neu sortiert
"Wir haben uns quasi über Nacht neu erfunden, wer gehört wohin, wer macht was. Aber dank unseres tollen Teams hat das hervorragend geklappt!", lobt Ulrich Schimanski, Leiter der Sonnenfänger. Auch Veronika Überschär, Leiterin der Kinderkrippe Kinderstern am Klinikum Großhadern erzählt, wie schnell jede und jeder für sich die passenden Aufgaben gefunden hat: Wer im Homeoffice war, hat zum Beispiel den Kontakt zu den Eltern übernommen, sie angerufen, E-Mails geschrieben und ihnen Tipps und Beschäftigungsideen geschickt. "Was die an Arbeit abgenommen haben, das ist echt irre, und es hat super funktioniert!"

Neue Vorgaben über Nacht
Kaum hatten sich die Einrichtungen auf die neue Situation eingestellt, kamen neue Ansagen aus der Politik, gerne auch am Wochenende: "Am Sonntag beim Frühstück habe ich die Nachricht gehört, dass ab Montag alle ihre Kinder bringen dürfen, von denen nur ein Elternteil im systemrelevanten Bereich arbeitet", erzählt Überschär. "Da dachte ich mir: Oje, morgen kommen dann quasi alle Kinder, wie bekomme ich das jetzt organisiert?" Und dann gab es Vorgaben, die vielleicht die Ansteckungsgefahr verringern, dafür aber andere Gesundheitsrisiken bergen: "Wir mussten unseren Garten in drei Teile aufteilen, damit auch hier die Gruppen getrennt spielen konnten. Ob das Absperrband kindersicher war, bezweifel ich. Da wurden Dinge am Tisch beschlossen, ohne jemanden aus der Praxis zu fragen, wie wir das umsetzen sollen. Zum Glück habe ich ein super Team, die da super mitgespielt haben!"

Feste Gruppen statt offenes Konzept
Nicht nur das Personal, auch Eltern und Kinder mussten sich umstellen: Eltern dürfen ihre Kinder in der Regel nur noch am Eingang abgeben, je nachdem, wie viel Platz die Garderobe bietet. Das offene Konzept von Parikita, nach dem alle Kinder einer Einrichtung miteinander spielen und lernen können, wurde aufgehoben und feste Gruppen mit maximal fünf Kindern eingerichtet. "Das hat dann zu teilweise so absurden Situationen geführt, dass in einer Gruppe mal nur ein Kind da war, das dann alleine mit zwei Erzieherinnen spielen musste. Da haben sich selbst gut eingewöhnte Kinder morgens plötzlich wieder schwer getan, sich von Mutter oder Vater zu trennen", so Überschär.

Kontakt zu Eltern und Kindern zu Hause
"Alles in allem war es für uns natürlich sehr angenehm, in kleinen Gruppen zu arbeiten. Aber für die Eltern, die ihre Kinder zu Hause hatten, war es natürlich nicht angenehm", meint Verena Fischer, stellvertretende Leiterin der Kooperationseinrichtung Schubidu in München-Lochhausen. Das bestätigt auch Ulrich Schimanski: "Wir merken schon, da sind Familien dabei, die gehen auf Grundeis. Da sind Eltern in Kurzarbeit, haben ihren Job verloren. Und vor allem die Schulkinder hat das Homeoffice sehr angestrengt. Daher war es uns auch so wichtig, den Kontakt mit ihnen zu halten und sie zu Hause zu unterstützen." 

Eltern müssen draußen bleiben
Die vielen Mails, die die Kita-Teams den Eltern geschickt haben, enthielten nicht nur aufmunternde Grüße und witzige Spielideen. Es ging auch immer darum, Eltern und Kindern die vielen neuen Regelungen mitzuteilen, zum Beispiel, was sie beim Bringen und Holen der Kinder zu beachten haben: Um das Infektionsrisiko zu verringern und insbesondere auch die Beschäftigten nicht zu gefährden, dürfen die Eltern nicht oder nur begrenzt in die Kindertageseinrichtungen, je nach baulicher Eigenart: Die Sonnenfänger haben ihren Windfang in eine Schleuse umfunktioniert. Hier darf sich immer nur eine Familie aufhalten und sich die Hände desinfizieren. "Wenn nach den Ferien fast alle Kinder wieder kommen, müssen wir uns hier aber was neues überlegen, zum Beispiel die Abholzeiten staffeln", überlegt Ulrich Schimanski.

Corona macht unsicher - aber auch kreativ
Auch von den Beschäftigten sind inzwischen fast alle wieder da, sogar die Risikogruppen. "Viele wollen gerne wieder in der Kita arbeiten. Und so suchen wir gemeinsam Aufgaben für sie, wo sie möglichst wenig Kontakt zu den Kindern haben. Ansonsten tragen sie freiwillig Masken", berichtet Ulrich Schimanski. Allerdings kommen die nicht bei allen Kindern gut an, wie Julia Forster erzählt. Sie macht gerade ihre Ausbildung in der Kinderkrippe Kinderstern und steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung. "Die kleinen Kinder finden die Maske gruselig. Also habe ich mir einen 500er-Pack bunter Sticker gekauft. Davon dürfen die Kinder im Morgenkreis ein paar aussuchen und die klebe ich auf die Maske. So nehme ich ihnen jeden Morgen immer wieder die Angst und sie gewöhnen sich spielerisch an die neue Situation."

Gefördert durch die Bayerische Staatsregierung

Die Gemeinnützige Paritätische Kindertagesbetreuung GmbH in Nord- und Südbayern betreibt über 50 Kinderkrippen, Kindergärten, Kooperationseinrichtungen, Horte und Kinderhäuser in und um München, Regensburg, Nürnberg, Erlangen und Forchheim. Alle PariKitas zeichnen sich aus durch eine liebevolle Betreuung, hohe fachliche Qualität und anspruchsvolle Pädagogik auf Basis der Grundwerte des Paritätischen: Vielfalt, Toleranz und Offenheit.